Kurzchronik

Das Bestehen von Blasmusiken ist f√ľr den Markt Buch seit weit √ľber 200 Jahren nachweisbar.
Ein fr√ľherer Dirigent der jetzigen Musikvereinigung Buch, Max Salzgeber, recherchierte in Chroniken, vor allem aber in Rechnungsb√ľchern der Pfarrei „St. Valentin“ und Rechnungsbelegen der Marktgemeindeverwaltung und machte dabei die Entdeckung, da√ü schon Mitte des 18. Jahrhunderts in Buch fleissig und regelm√§ssig musiziert wurde.

„Denen Musicanten in Festo St. Valentin f√ľr Z√§hrung und Trinkgeld 5 Kr.“ oder „Dem Anton H√∂rmann f√ľr Z√§hrung am Fest des Heiligen Valtentin denen Musicanten 4,50 Kr.“, so steht es, fein s√§uberlich vom jeweiligen Pfarrer im Rechnungsbuch der Pfarrei vermerkt, beginnend im Jahr 1760 ab „am 14. Hornung“ – dem heutigen 14. Feburar. Anton H√∂rmann, der die Kreuzer in Empfang nahm, wird wohl der erste bekannte Dirigent der Bucher Blasmusiker gewesen sein. Im Jahr 1793 hielten die Musiker laut Eintragung auch ein musikalisches Amt zum ersten Gottesdienst in der damals erbauten neuen Kirche. Die Gr√∂sse der Kapelle mag unterschiedlich gewesen sein, denn das „Trinkgeld“ schwankte in den Jahren bis 1817 zwischen 2 und 12,50 Kreuzern.
Auch in den Unterlagen der Gemeindekasse Buch l√§√üt sich das intrumentale Musizieren bis 1851 an Rechnungen f√ľr Reparaturen an Blasinstrumenten oder anderen Auslagen f√ľr Musiker zur√ľckverfolgen.

Unter Alois Eglinger spielten 1875 vierzehn Musikanten, im Jahr 1887 waren es dann schon 18 Musiker. Von 1890 ab ging es trotz der Friedenszeiten so sehr zur√ľck, da√ü ein Auftreten nur mit der Unterst√ľtzung von Musikfreunden aus Obenhausen m√∂glich war. Im Jahr 1919 sind folgende Namen angef√ľhrt: Johann Schmid, Valentin Vogt, Sebastian Tobiler, Johann Winkler, Xaver Berger, Wendelin Weber und die Obenhauser Musiker Ludwig Rahn, Franz und Theodor Blum.
Tatkr√§ftig und mit K√∂nnen schuf so Josef Gratwohl nach dem ersten Weltkrieg mit zehn Musikern aus Buch einen Klangk√∂rper, der erstmals am 22.10.1919 ein begeisterndes Konzert gab. Mitte der Zwanzigerjahre hatte sich die Zahl der Mitgleider bereits auf 20 verdoppelt und mit Gottfried Amann hatte meinen auch einen Vorstand gew√§hlt. Im Jahr 1929 war die Kapelle viel gefragt, denn sie musizierte beispielsweise auch in Pfuhl, im Hotel Wilhelmsh√∂he in Ulm, zum S√§ngerfestzug in Ulm, in der Ulmer Friedrichsau, im Memminger Br√§uhauskeller, im „Sonnen“-Saal in Babenhausen, im Bayerischen Hof zu Neu-Ulm, oder auch am Schw√∂rmontag im Allemannia-Garten. Insgesamt 12 Konzerte wurden allein in diesem Jahr gegeben. Auch bei Bezirksmusikfesten trat im Lauf der Jahre die Kapelle erfolgreich auf, so manchen Preis auch in der Oberstufe nach Hause holend. Am 4. und 5. Juni 1932 richtete sie mit Ihrem damaligen Vorstand Jakob Habres I selbst in Buch das 11. Bezirksmusikfest erfolgreich aus.

Viele Mitglieder der Kapelle wurden als Soldaten im zweiten Weltkrieg einberufen, aus dem einige von Ihnen auch nicht mehr heimkehren sollten. W√§hrend Dirigent Salzgeber noch bis zum 1. September 1949 in Gefangenschaft festgehalten wurde, hatte sich der Klangk√∂rper bereits formiert, nicht zuletzt auch durch den Beitritt aus Heimatvertriebenenkreisen. Die Ausbildung junger Musiker brachte weitere St√§rkung, so da√ü die Kapelle meistens √ľber zwanzig Mitglieder z√§hlte. Nach Jakob Habres folgte Joachim Gratwohl und Josef Strigel im Amt des Vorstandes. Die Chronik der Nachkriegszeit weist umfangreiches musikalisches Schaffen mit vielen Auftritten in der √Ėffentlichkeit aus, auch √∂fter gemeinsam mit dem Kirchenchor. Die Musikvereinigung Buch hat sich in dieser Zeit um das intrumentale Musizieren im Markt Buch und der weiteren Umgebung, um die Unterst√ľtzung anderer Bucher Vereine und auf dem Gebiet kirchlicher Musik verdient gemacht.
Sp√§ter zeigen die Aufzeichnungen Bucher Musiker ein √§hnliches Bild: f√ľr den Verein stehen neben der musikalischen Brauchtumspflege bei Auftritten und Konzerten auch die Unterst√ľtzung der Kirche und anderer lokaler Vereine an oberster Stelle. Dies zeigen Auftritte wie die Feierlichkeiten zum Gewinn der dt. Meisterschaft im Tauziehen durch die Bucher Tauzieher 1976, die Umrahmung der Feierlichkeiten zur 200 j√§hrigen Kirchweihe im Jahr 1981 oder die Jubil√§umsveranstaltungen des TSV (100 Jahre/ 1989, 125 Jahre/ 2014) und der Feuerwehr Buch (125 Jahre ‚Äď 1995).

Ihre Mitglieder tun dies heutzutage sicherlich mit der gleichen Begeisterung wie es vor mehr als 250 Jahren Ihre „altvorderen Musicanten“ taten, die – was dokumentatorisch best√§tigt ist – auch jeweils am „14. Hornung zum St. Valentinsfest“ aufspielten.

Die Musikvereinigung Buch stand in ihrem Jubiläumsjahr 2010 unter der Leitung von 1. Vorsitzenden Markus Pfister und Dirigenten Reimar Baum. Sie hat aktuell gut 40 musizierende Mitglieder, wovon ca. zwei drittel aktive Musiker und der Rest Jugendliche in Ausbildung sind. Das Repertoire der Kapelle umfasst Konzertante Musik sowie Unterhaltungsmusik. Neben Unterhaltungsauftritten und Konzerten hat die Musikvereinigung Buch in den vergangenen Jahren auch an Wertungsspielen im Bereich Böhmisch РMährischer Blasmusik erfolgreich teilgenommen.